Kattugla
Nachdem eine verfeindete Sippe ihren Hof in Schutt und Asche gelegt hatte, war Kattugla als Letzte übriggeblieben. Kräuter- und heilkundig machte sie sich auf, hin zu den weit sichtbaren Höhen des Feldbergs und des Altkönigs, um sich mit Spindel, Webstuhl und ihrem Wissen um Pflanze und Tier, Stein und Bein eine neue Bleibe zu suchen.
Nicht alle mochten die Weisfrau lange bei sich haben, bis sie schließlich auf den Wanderer Goronwy traf und sie fortan gemeinsam ihr Leben bestritten…
Ich heisse bürgerlich Dörte, bin Jahrgang 1967 und neben all der Spinnerei und Bastelei im “richtigen Leben” Physiotherapeutin.
Auf Veranstaltungen kämme ich Rohwolle und spinne mit der Handspindel, vorzugsweise Wolle von lokalen Schafhaltern, und fertige Handspindeln aus Holz und Speckstein selbst an. Aus Speckstein und aus Alabaster sind auch weitere Gegenstände, wie Schalen und Öllämpchen aus meiner Hand. Gelegentlich reist mein Gewichtswebstuhl mit auf Märkte, ebenso gelegentlich auch meine mobile Massagebank und ein separates kleines Zelt für meine Knochenrenke.
Zu hause spinne ich eher mit dem Spinnrad (das älteste der kleinen Spinnradherde ist aus dem Jahr 1875, die jüngsten sind ein Majacraft Little Gem II und ein Kromski Polonaise) und webe auf einem vierschäftigen Kontermarschwebstuhl.
Alle Färbedrogen, die ich nutze, um meine Garne bunt zu bekommen, sammle ich selbst in den heimischen Wäldern, mein besonderes Steckenpferd gilt dabei dem Färben mit Pilzen und Flechten, wie es noch heute zum Teil in Skandinavien gebräuchlich ist.
