Der Eibenbaum
Lange Zeit zurück: das Römische Reich überzieht wie ein Spinnennetz halb Europa – die Geschichtsschreiber späterer Zeiten werden dereinst das Jahr 88 verzeichnen:
Seit die Römer auf den britannischen Inseln das letzte große Heiligtum zerstörten und Boudicca unterlag, ist eine neue Generation herangewachsen, nur die Überlebenden im römischen Germania superior erinnern sich noch an den Aufstand der Bataver und in Rom regiert Domitian, der sich die Unterwerfung Germaniens auf die Fahnen geschrieben hat.
Ob auf den Inseln, in Gallien oder Germanien: viele haben sich mit den Römern arrangiert, andere sind heimatlos geworden durch die blutigen Auseinandersetzungen und ziehen durch die Ebenen und Hügelländer Germaniens, auf der Suche nach einer Bleibe oder auf dem Weg nach Rom, ins Zentrum der Macht.
Mitten durch Europa wächst eine Grenze, und dort, wo der Limes den Höhenzügen des Taunus folgt, beginnen die Chatten, Rom ernsthaft gefährlich zu werden.
Und hier begegnen sich Goronwy, ein Cymrer auf dem Weg nach Süden, und Kattugla, letzte ihrer chattischen Sippe. Sie beschließen, fortan im Schatten der letzten mächtigen Eiben an den Quellen der Saalburg ihr Leben gemeinsam zu führen…
Die Eibe steht in vielen Kulturen für die Verbindung durch die Zeiten und als Botin zwischen Leben und Tod. Den keltischen Stämmen galt sie als Begleiterin vom Gestern ins Morgen, den Germanen als Totenbaum. Einigen Deutungen zufolge war auch Yggdrasil, der Weltenbaum der Germanen, eine Eibe.
Daher erschien es uns nur logisch, die Zeitreisende unter den Bäumen zu unserer Patin zu wählen. Altes Wissen in die neue Zeit zu transportieren ist Hauptmotivation für uns, unser Handwerk möglichst geschichtsnah zur erleben und weiterzuvermitteln…
Dörte und Mathias

