Einen Kerzenleuchter drechseln
von Goronwy am 22. Dezember 2011
So wird er einmal aussehen, der Kerzenleuchter. Die verwendete Rotbuche mit ihrer ruhigen, aber dennoch markanten Maserung wurde mit einem Danish Oil Finish versehen. Die Form des Werkstückes wurde hier bewusst schlicht gehalten, um die Aufmerksamkeit nicht vom Spiel der Kerzenflamme abzulenken. Außerdem mag ich solche schlichten Formen.
Von einer 42 mm starken und 110 mm breiten Buchenbohle habe ich zunächst ein quadratisches Stück abgeschnitten, und zur Markierung des Mittelpunktes die Diagonalen angezeichnet. Mit einem Zirkel wurde dann einen Kreis angezeichnet, denn um eine große Unwucht beim Drechseln zu vermeiden habe ich die Kanten schon mal abgesägt.
Für mein 4-Backenfutter habe ich ein passendes Schraubfutter mit den Abmessungen 10*20 mm. Mit einem 9 mm Bohrer habe ich die 20 mm Tiefe vorgebohrt, und um das Werkstück später leichter wieder vom Schraubfutter entfernen zu können, 2-3 mal auf- und wieder abgeschraubt, damit sich das Gewinde sauber einschneiden kann.
Jetzt beginnt das Drechseln. Das Werkstück wird fest auf das Schraubfutter geschraubt und mit der Schruppröhre zunächst zu einem Rundling gedrechselt.
Die spätere Unterseite wird mit der Formröhre und dem Flachmeissel plan abgedreht und für die Aufnahme des 4-Backenfutters wird der benötigte Durchmesser (bei mir >=50 mm Aussenmass) angezeichnet.
Diese Aussparung wird leicht schräg nach innen ausgedreht, damit das 4-Backenfutter beim Spreizen einen anständigen Halt bekommt. Mit der Formröhre wird nun der Fuß des Leuchters geformt. Wenn die Unterseite noch geschliffen werden muss, dann sollte man es jetzt erledigen, denn später kommen wir nicht mehr gut an die Unterseite heran.
Nun wird das Werkstück umgespannt. Die Oberseite wird mit der Formröhre und dem Flachmeissel plan abgedreht und der Radius für den Kerzenteller angezeichnet (48 mm).
Bis zu dieser Markierung können wir mit der Formröhre schon mal ordentlich Material abtragen. Dieser Teller wird mit Formröhre und ggf. auch mit dem Schaber leicht nach innen gewölbt ausgeformt. nun kommt der spannende Teil: Das anzeichnen des Kerzenumfanges (21 mm) und das Drechseln der Kerzenhalterung.
Das Loch für die Kerze wird sauber mit dem Flachmeissel ausgedreht und immer wieder getestet, ob die Kerze auch sicher hält.
Der wichtigste Schritt wäre nun erledigt. Jetzt wird der Fuß mit einer Formröhre sauber und dünn ausgedreht und der Leuchter geformt. Anschließend geht es an das Schleifen. Je schärfer das Werkzeug war und je sauberer wir bis hierher gearbeitet haben, desto weniger Aufwand bedeutet dieser Arbeitsgang. Wir beginnen mit einer 80′er Körnung, über einer 120′er, einer 180′er bis zur 240′er Körnung. Abschließend wird mit einer 400′er Körnung noch poliert.
Ich habe mich hier für ein Finish mit Danish Oil entschieden, weil der Leuchter schließlich alltagstauglich sein soll und auch mal feucht abgewischt werden muss. Dazu habe ich einen groben Leinenlappen verwendet, den ich leicht mit Danish Oil tränke und an das rotierende Werkstück halte. Die Reibungswärme sorgt dafür, das das Öl schnell und tief in das Holz einzieht und es wird poliert, bis man eine gleichmäßige matt-glänzende Oberfläche erhält. Fertig!

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