Ringe drechseln

von Goronwy am 28. April 2011

img_8746So sollen sie einmal aussehen unsere fertigen Ringe. Diese hier sind aus Eibenholz gedrechselt und nach dem Polieren mit Walnussöl behandelt worden. Neben rein “naturbelassenen” Ringen kann man sie auch mit Rillen verzieren, die zusätzlich noch eingebrannt werden können. Wie das funktioniert, werde ich zum Schluss noch zeigen.

img_8755Zuerst brauchen wir einen schönen Ast, den wir uns mit einer großen Schruppröhre zu einem Rundling drechseln. Man sollte jedoch darauf achten, dass bei farbigen Hölzern das Kernholz in etwa den Durchmesser des Ringes hat.Für das Backenfutter benötigen wir noch einen Zapfen, dessen Umfang wir anzeichnen.

img_8757Hier ist schon der Zapfen mit einem “Anschlag” für das Backenfutter fertig, und der Rest auf knapp 3 cm Durchmesser heruntergedreht.

img_8763Dann wird das Rundholz in das Backenfutter eingespannt.

img_8765Jetzt kann vorgebohrt werden, was zwar nicht unbedingt notwendig ist, aber die Arbeit ungemein erleichtert.

img_8767Der gewünschten Ringdurchmesser wird angezeichnet und mit einem Flachmeissel oder eine kleinen Querholzröhre ausgedrechselt. Wichtig hierbei ist, das wir senkrecht zum Hirnholz arbeiten, damit wir eine gleichmäßigen Innendurchmesser bekommen.

img_8769Der fertige Rohling kann nun mit dem Abstechstahl abgestochen werden, oder wer eine ruhige Hand hat, der kann den Rohling auch mit einer Säge abtrennen. Auch beim Absägen empfiehlt es sich eine Rille vorzudrehen, damit nicht zu tief gesägt werden muss und man eine Führungshilfe hat. Wenn sich das Sägeblatt verkantet, kann es recht unangenehm werden.

img_8775Fertig ist der “Kolbenring”. Nun folgen die Feinarbeiten.

img_8785Der Rohling wird bündig in ein 4-Backenfutter eingespannt. Zunächst wird die Innenseite glatt geschliffen und poliert. Je schärfer das Werkzeug war und je sauberer man gearbeitet hat, desto weniger Arbeit hat man nun. Ich arbeite hier meist mit 240′er, Körnung zum Schleifen und 400′er und 800′er Körnung zum anschließenden Polieren.

img_8787Ich finde es angenehm, wenn der Ring innen leicht konvex ist, zumal man bei Holz nicht vergessen darf, das es sich dabei um eine lebendes Material handelt, das sich ausdehnen und auch zusammenziehen kann. Um sich die Arbeit zu erleichtern, wird das Schleifpapier zu einer Rolle oder um einem Rundstab gewickelt.

img_8788Jetzt geht es an die Oberfläche unseres Ringes. Dazu habe ich mir aus einem ein Rundholz aus Kiefer ein “Spannfutter” gebastelt. Dazu wird der Rundstab längs eingesägt und treppenförmig angedrechselt. So können wir unseren Ring mit der nötigen Spannung auf dem Futter fixieren.

img_8790Hier ist gut zu erkennen, das das Futter längsseitig eingesägt ist. Mit dem Flachmeissel wird nun die Ringwand auf die gewünschte Stärke heruntergedreht und dem Ring seine endgültige Form gegeben.

img_8791Fertig ist das schöne Stück. Es fehlt nur noch das Finish.

img_8792Eine schöne Sache sind immer Verzierungen. Mit dem Flachstahl wird eine kleine Führungsrille für den Draht, den wir gleich noch brauchen werden, “hineingeschabt”. Wen es hier verwundert, das die Werkzeugauflage sehr weit vom Werkstück entfernt ist, der hat recht. “Geschabt” wird unterhalb der Werkstückmitte, der Stahl wird also “schleppend” geführt und der Griff des Stahls befindet sich dabei ausnahmsweise mal oberhalb der Schneide.

img_8794Man drückt nun einen dünnen Draht in die zuvor eingeschabte Rille. Durch die Reibung entsteht ordentlich Wärme und man sieht, wenn das Holz beginnt zu “kokeln”. Je dunkler die Färbung sein soll, desto länger muss man den Draht in die Rille drücken. Man kann, je nach Geschmack von einem hellen Braun bis zu einem tiefen Schwarz alle Farben hinbekommen.

img_8796Damit wäre auch unser verzierter Ring fertig und bereit für das Finish. Hier kann man seinen Vorlieben freien Lauf lassen, egal ob Wachs, Danish Oil oder sonst was. Ich bevorzuge hier wie üblich schlichtes Walnussöl.

Viel Spaß beim Nachdrechseln!


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